Bildungsgerechtigkeit - Ober sticht Unter in der Standortfrage

Illusionslos war die Stimmung bei der Monatsversammlung der Sozialdemokraten gegenüber dem Sturm der Empörung der In Deggendorf zum Thema Schulzentrum losgebrochen war.
Die baldige 120-Jahr-Feier des Ortsvereins rettete jedoch den Abend.

„Angesichts der Bevölkerungsmehrheit im nördlichen Teil des Landkreises brauchen sich die Bürger rechts der Donau keine Hoffnungen auf eine Verlagerung des Robert Kochs machen. Der Ober sticht den Unter. Angesichts dieser Tatsache wird das Kultusministerium auch nicht mit seiner bisherigen Linie brechen“, brachte Georg Weiß, Kreisrat und Fraktionssprecher der SPD im Plattlinger Stadtrat die Sachlage auf den Punkt. „Entscheidend ist nun, dass sich der Plattlinger Stadtrat in seinem Kampf um ein zusätzliches Gymnasium in Plattling nicht auseinander dividieren lässt.“ Angesichts der enormen Kosten für den völligen Neubau am alten Standort seien ansonsten die Erfolgschancen nochmals geringer.

Stadtrat und Ortsvereinsvorsitzender Herbert Petrilak-Weissfeld wunderte sich über die Aufregung der Deggendorfer zum aus seiner Sicht falschen Thema: „Kein Plattlinger Vertreter hat angesichts der jüngsten Entwicklungen Forderungen für Plattling gestellt. Die Verantwortlichen im Kreis sollten sich über das planerische Debakel aufregen, statt weit übertrieben Katastrophenszenarien zu beschwören.“ Er ist sich ebenfalls sicher, dass selbst gute Argumente wie der klare Zusammenhang zwischen Entfernung mit dem regionalen Anteilen an der Zahl der Abiturienten, die positive Bevölkerungsentwicklung in Plattling, die mit einer Studie in 2008 nachgewiesene Bestandssicherheit für die umliegenden Gymnasien, sowie die Vorteile für die Verkehrslage am mit Abstand größten Schulstandort der Region, bei den Entscheidungsträgern kein Gehör finden werden. „Unsere Kinder werden also weiter entweder stundenlang Bus fahren, oder an den Realschulen in Plattling und Osterhofen weiter mit Container leben müssen, denn der Druck in Richtung höhere Bildung hält an. Bildungsgerechtigkeit taugt als Schlagwort für den Landesentwicklungsplan, nicht aber als Ziel der Kirchturmpolitik,“ beschrieb und bewertete Petrilak-Weissfeld die anhaltenden Folgen der zu erwartenden Entscheidungen.

Weit erfreulicher für die Genossen waren Ausblick auf und die Besprechungen zur bevorstehenden 120-Jahr-Feier am 26. Oktober im Preysinghof, wo der Regener Landrat und SPD-Bezirksvorsitzender Michael Adam den Festvortrag halten wird.