Ein neuer Stadtsaal ist die bessere Lösung

„Das Bürgerspital darf nicht umgekrempelt werden“, ist die Überzeugung von Herbert Petrilak-Weissfeld, Stadtrat und SPD-Vorsitzender, die er in der Monatsversammlung am vergangenen Dienstag im Restaurant des Preysinghofs vertrat. Zur selben Zeit hielten die Freien Wähler im Saal darüber eine Bürgerversammlung zum selben Thema ab, was Karl Mader, Schriftführer im Ortsverein, zu entsprechenden Nachfragen veranlasste.

Dem Saal im Bürgerspital fehlt es vor allem an Raumhöhe, darum können weder der hintere Zuschauerbereich, aber auch nicht die Bühne vorne gehoben werden, damit von allen Sitzplätzen eine gute Sicht auf die Darbietungen gegeben ist. Eine Verlängerung des Saales durch Schließen des Hofes und Verlegen der Bühne in das Gartenhaus würde das Problem noch verschärfen. Denn es ist ja kein Zufall, dass sowohl der Saal des Bischofshofs als auch der im Pielweichser Dorfkrug wegen ihrer Bühnen deutlich höhere Raumhöhen aufweisen als das Bürgerspital, wo neben der Nutzung als Bücherei und durch die Volkshochschule, neben Ausstellungen und lediglich Kleinkunstdarbietungen, keine größeren Veranstaltungen stattfinden sollten. Zu der Zeit hatten wir ja noch die Jahn-Turnhalle, und die genannten Säle und andere stehen uns ja weiter zur Verfügung.

Würde das Erdgeschoß des Gartenhauses zur Bühne umgebaut, kann bei Veranstaltungen im Sommer der Durchgang ins Freie zudem nicht mehr so direkt sein wie gegenwärtig, was keine Verbesserung darstellt. Eine deutliche größere Besucherzahl bräuchte auch ein deutlich größeres Foyer und entsprechende Nebenräume und Verkehrsflächen, was sich wegen der Nähe der Nachbargebäude nicht verwirklichen läßt. Die Bühne im Gartenhaus wäre ein Kuriosum bezüglich des Verhältnisses von Tiefe und Höhe, und über der Bühne müssten die jetzt hofseitigen Fenster der Hausmeisterwohnung vermauert, oder um erforderlichen Raum zu gewinnen, das Geschoß komplett herausgerissen werden. Alternativ müsste der Hof abgegraben werden, was den Einbau von Treppen nach außen bedingt.

Wie man es auch dreht und wendet, es kommt einfach nix Gescheites heraus, wenn ein zu bestimmten Zwecken mit bestimmten Kapazitäten konzipiertes Gebäude in einer Nutzungsrichtung vergrößert werden sollte, und dafür der Raum in der Umgebung fehlt. Es kann dann einfach nicht mehr das sein, was es war. Eine ordentliche Lösung wird nur durch einen neuen Stadtsaal erreicht.

Zustimmung zum E-Wald-Projekt

Sehr ärgerlich ist es, dass zu den vollmundigen Verlautbarungen der Landesregierung über den Hochschulstandort Niederbayern die Kommunen mehr und mehr zur Kasse gebeten werden. Neben den kommunalen Beteiligungen in Form von kostenlosen Grundstücken und der Übernahme von Erschließungskosten bei Hoschschulneubauten, ist nun der haushaltärisch sachfremde Einstieg der Kommunen in die Mitfinanzierung von Forschungsvorhaben gefordert. Dem Projekt E-Wald hat die SPD-Fraktion nach vorangegangen Diskussionen in der Stadtratssitzung am 16. Juni dennoch zugestimmt, weil dem zu leistende Beitrag der Stadt in Höhe von 15.000 € immerhin ein Gegenwert in Form zweier Ladesäulen gegenübersteht. Zudem wäre es auch etwas blamabel, wenn ausgerechnet der ICE-Bahnhof Plattling keine Schlüsselrolle in diesem Mobilitätsprojekt spielen würde. Und anders als beim Deggendorfer Hafen, hat Plattling die Möglichkeit nach fünf Jahren aus dem Projekt auszusteigen. Die Risiken einer verlustreichen Dauerhaftung sind somit nicht gegeben.

Zum Fenster rausgeworfen

wurden in der selben Stadtratssitzung dagegen 16.000€ für das dann dritte planerische Konzept, das mögliche Nutzungen der Plattlinger Au zwischen dem Karl-Weinberger-Stadon und dem Isardamm aufzeigen sollte. In diesem Bereich gibt es bereit einen gültigen Bebauungsplan, der die Sepp-Stadler-Halle, den neuen Kutscherplatz und danebenliegende Grundstücke umfasst, auf denen Trainingsflächen für die AthletikLandesmeisterschaften im nächsten Jahr hergerichtet werden sollen. Für den davon südlich liegenden Bereich hin zum Isardamm, bestehen zusätzlich bereits zwei ältere Nutzungskonzepte, die jedoch nicht umgesetzt werden konnten, weil die Stadt hier lediglich 50% der Grundstücke im Eigentum hat. Deshalb und weil es keinen Sinn macht ein Fläche zu beplanen, zu der keine konkreten Nutzungsbedarfe existieren, hat die SPD-Fraktion gegen die Vergabe der Planungsarbeiten gestimmt.

Städtische Entwicklung für das Stangelmeier-Gelände gefordert

Zu Nachfragen bezüglich des Stanglmeiergeländes informierte Petrilak-Weissfeld die Versammlung über den Stand der Dinge, wie den baldigen Beginn der Abbrucharbeiten an der Landauerstraße und der bestehenden, im kommenden Jahr nun zur Ausführung kommenden Planungen. Diese beinhalten zwar die Zufahrten, Parkplätze und Fußwege auf dem Gelände, noch nicht aber Detailplanungen zu den Bauwerken. Hier müssen alle Statdräte und engagierten Bürger darauf achten, dass wir eine städtisch qualitätsvolle Ausführung vorgelegt bekommen.

(Bild: Aus Wikipedia)