Ein roter Stern am Christbaum

Familiär, anheimelnd und solidarisch gestaltete sich wieder die Weihnachtsfeier des SPD-Ortsvereins. Über 40 Mitglieder und Gäste fanden sich im festlich gestalteten Saal des Preysinghofs ein.

Erster Vorsitzender Herbert Petrilak-Weissfeld freute sich, das sich die Bundestagsabgeordnete und Unterbezirksvorsitzenden Rita Hagl-Kehl ebenso selbstverständlich einfand, wie der Kreisvorsitzende Ewald Straßer, die ehemalige Landtagsabgeordnete und Bezirksrätin Gudrun Peters, und der Gemeinderat und stellvertretende Ortsvorsitzende aus Stephansposching, Thomas Müller.

Rückblick und Ehrungen

Nach musikalischer Einstimmung auf den festlichen Abend durch den Ziehharmoniker Walter Molz, und dem gemeinsamen Genuss der vielgelobten Entenbraten, nahm der SPD-Ortsvereinschef Herbert Petrilak-Weissfeld die Urkunden zur Hand, die Florian Pronold, Sigmar Gabriel und er unterzeichnet haben. Wie zu jedem Jahresende stand die Ehrung langjähriger Mitglieder an.

Geehrte 2014
v.l.: Herbert Petrilak-Weissfeld, Martin Boot, Fritz Tschampel, Gertrud Kuhnke, MdB Rita Hagl-Kehl, Ewald Strasser (Bild: Gomm)

Mit den Worten,"ich freue mich, dass wir als wohl einzige Partei in unsrer einst bedeutenden Eisenbahnerstadt noch aktive Eisenbahner in unseren Reihen haben, bitte bleib noch lange bei uns lieber Martin", überreichte Petrilak-Weissfeld dem Genossen Martin Boot eine Urkunde über zehn Jahre Mitgliedschaft. Friedrich Tschampel wurde für zwanzig Jahre Mitgliedschaft geehrt. „Da werde ich glatt Mitglied“ hatte der vor 20 Jahren gesagt, als es seinerzeit Günther Stadler geschafft hat, "den Fritz" mit dem damaligen Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping zusammenzubringen, der auf Betreiben der damaligen Bundestagsabgeordneten Bruni Irber zum Nibelungenmarkt nach Plattling gekommen war. Gertrud Kuhnke, die „seit Jahrzehnten mit dem Herzen bei den Leuten ist“, wie Petrilak-Weissfeld über die rührige AWO-Vorsitzende sagte, die sich früher als Betriebsrätin bei der Post engagierte, und sich nun stark in der Seniorenarbeit verdient macht, wurde ebenfalls für 20 Jahre Mitgliedschaft geehrt.
Entschuldigt waren drei weitere zu Ehrende. Der frühere Stadtrat Herbert Duschl war wegen der Beisetzung seiner Mutter nicht gekommen, der Kulturamtsleiter Josef Grimm war dienstlich nach Scharnitz zur Beerdigung des dortigen Vizebürgermeisters abbeordert worden, und der ehemalige Stadtrat Alois Saxinger war aus gesundheitlichen Gründen verhindert, die Auszeichnung für 25 Jahre SPD-Mitgliedschaft persönlich entgegen zunehmen.

MdB Rita Hagl erinnert an die „Geschenkpäckchen“ der SPD

Die SPD hat dem Land zu Weihnachten „Geschenkpäckchen gemacht“ leitete MdB Rita Hagl-Kehl eine eher wenig weihnachtliche, jedoch nicht minder Frohe Botschaft ein: „Wir haben die Rente mit 63 nach 45 Berufsjahren durchgesetzt, und den Mindestlohn, der ein Zeichen der Menschenwürde ist, auch wenn 8,50 Euro noch zu wenig sind," zudem gebe es noch 2,5 Millionen Menschen, die derzeit noch unter fünf Euro Stundenlohn erhalten.
„Wir sind ein Land, das schon zweimal riesige Flüchtlingsströme bewältigt hat, Ströme aus dem Osten, die zum wirtschaftlichen Erfolg beigetragen haben. – 13 Millionen nach dem zweiten Weltkrieg und 4,5 Millionen nach der Wende. Und jetzt wären wir nicht der Lage ein paar Hunderttausend aufzunehmen. Auch Flüchtlinge verdienen ein Stück Mitgefühl in der Weihnachtszeit“ forderte die Bundestagsabgeordnete unter großem Beifall.

Erheiternde und nachdenkliche Weihnachtsvorträge

Kreisvorsitzender Ewald Straßer trug ein Mundart-Gedicht vor – „Da Noah und seine Arche“ – in dem beschrieben wird, wie Gott sich angesichts des schlechten Umgangs der modernen Menschen mit der Erde mit dem Plan trägt, eine zweite Sintflut vorzubereiten. Doch Noah scheitert trotz vieler Mühen und alternativer Lösungsansätze an den Hürden der schier unüberwindlichen Bürokratie, und Gott verzichtete angesichts dessen auf seinen Plan: "Die Menschen sind ja doch gestraft genug".

Gisela Scholz 2014
(Bild: Eichwald)

Gisela Scholz steuerte Gedanken über die zurzeit wieder lauter werdende Parole „Ausländer raus“ bei: In der an Metaphern reichen Geschichte machen sich Erdbeeren aus Südafrika, Fensterstöcke aus Südamerika, Gewürze aus Indien, eine lange Schlange japanischer Autos, zahllose Unterhaltungselektronik aus China, und auch der Asphalt aus dem Orient wieder auf dem Weg in ihre Heimaten.

"Wir waren wieder fleißig"

Bevor sich Georg Weiss als Auktionator betätigte, ließ der Faktionsvorsitzende das ereignisreiche SPD-Jahr in Plattling Revue passieren, angefangen bei der Kommunalwahl, bei der die Genossen wieder fünf Mandate errungen hatten. „Seit dem 1. Mai gab es keinen einzigen schriftlichen Antrag von irgendeiner Fraktion – außer der SPD“, verwies er unter anderem auf die Umbenennung der Dr. Bretter-Straße, die Binnenentwässerung in Schiltorn oder die Rauchmelder, mit der die Stadt ab 1. Januar 2015 Familien zur Geburt eines Babys beschenkt. Unter dem Christbaum, auf dessen Spitze diesmal ein roter Stern prangte, lagen dann zur Auktion viele Geschenke, die von den ASF Damen gesammelt worden waren. Der Fraktionsvorsitzende versäumte es nicht, sich bei ihnen für die Vorbereitungen, und bei den örtlichen Geschäftsinhabern für die zahlreichen Sachspenden zu bedanken.

Der Auktionator 2014
(Bild: HPW)