"Eine schier unglaubliche Bilanz"

Am 13. Mai trafen sich zum fünften Todestag des Altbürgermeisters Siegfried Scholtz rund 20 Weggefährten um ihm an seinem Grab zu gedenken. Trüb war der Himmel über St. Jakob, doch die Gedanken seiner Familienmitglieder, ehemaligen Schulfreunde, Freunde des Billardclubs und der SPD waren voll Dankbarkeit. „Jeder hat einen anderen Grund dazu, jedoch jeder einen guten“, sagte Georg Weiß, SPD-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat, der über Jahrzehnte mit Scholz eng befreundet und politisch verbunden war.

Es war eine beeindruckende Bilanz die Weiß in Erinnerung rief, doch zunächst dankte er Gisela Scholz in bewegten Worten dafür, dass sie ihrem Mann stets ein hohes Maß an Verständnis entgegengebracht hat, wodurch ihm erst der große Einsatz für Plattling möglich war, und dafür, dass sie ihn in den letzten fünf Jahren bei vielen Terminen vertreten habe, welche für Siegfried stets selbstverständlich war.

5. Todestag Siegfried Scholz
links: Gisela Scholz, Roland Krebs (4. v.l), Stadträtin Bärbel Vollkommer-Würfl (10. v.l)
rechts: Stadtrat Georg Weiß (2.v.r), MdB Rita Hagl-Kehl (4.v.r.), Stadtrat Reinhold Gems (7.v.r)

Scholz sei ein absoluter Glücksfall für die Stadt gewesen, betonte Weiß, und erinnerte daran, das Scholz 1972 zum ersten Mal in den Stadtrat gewählt wurde, und 1990 zum ersten Mal Bürgermeister. In den folgenenden Jahren wurden die Stadtwerke, der Bauhof, die Feuerwehrhäuser in Pankofen und Pielweichs, die Zweifachturnhalle und die Aula der Grundschule, der Michaeli Kindergarten und der Kindergarten in Pankofen neu gebaut, und der Jugendtreff eröffnet. „Ich erinnere daran, dass Bürgermeister Scholz von seinem Vorgänger 8 Millionen DM Schulden erbte, und an seinem letzten Arbeitstag im Jahr 2002 seinem Nachfolger 18 Millionen an Guthaben überreichen konnte. Ich behaupte, Siegfried Scholz ist der erfolgreichste Bürgermeister in der Geschichte Plattlings“. Für ihn persönlich aber sei die Verhinderung der Müllverbrennungsanlage in Plattling der nachhaltigste Erfolg. Scholz habe in seiner Zeit als Stadtrat als Vorsitzender der Bürgerinitiative bis zum Rand der körperlichen Erschöpfung für die Bewahrung unserer Heimatstadt gekämpft. Dafür ist im Georg Weiß bis heute besonders dankbar. Den ehemaligen Schulkameraden, die Jahr für Jahr an das Grab kommen, bescheinigte Weiß eine „einzigartige Erinnerungskultur“ und zog symbolisch den Hut vor den Versammelten.

Anschließend ergriff der ehemalige Schulkamerad Roland Krebs das Wort, und als zum Abschluss die Runde das Vaterunser beendete, drängten einzelne Sonnenstrahlen durch die Wolken und Vogelgezwitscher setzte ein am frühlingsbunt geschmückten Grab. Witwe Gisela Scholz dankte allen mit den Worten: „Der Siegfried würde sich freuen.“

(HPW, Foto PNP)