„Eines weiß ich, die Kosten explodieren“

(24.März, 2015) Ein lieber Besuch, die Dauerbaustelle Magdalenenplatz und die von Straubing bitter kritisierte Verlagerung des Straßenbauamtes nach Deggendorf waren die Themen der SPD in der Monatsversammlung.

Alte Liebe rostet nicht
auch nicht die Liebe der früheren Plattlinger Stadträtin Heidi Werner zu ihrer Heimatstadt. Vor einem Jahr war sie nach Neustadt an der Aisch gezogen um der Familie ihres Sohnes und ihren Enkelkinder nahe sein zu können. Vorletzte Woche zog es sie wieder an die Stätte ihres jahrzehntelangen kommunalpolitischen Wirkens, sie besuchte Freunde und traf sich in herzlicher Runde mit ihrer Plattlinger SPD, der sie nach wie vor angehört. Nicht alle der in der Monatsversammlung am Dienstag Anwesenden waren bei diesem Treffen in der Vorwoche dabei, so hörten sie es gerne, dass es Heidi Werner gut geht.

Heidi Werner März2015
Fröhlich zeigte sich Heidi Werner im Kreis alter Freunde

Dauerbaustelle Magdalenenplatz
„Am Magdalenenplatz da tut sich ja schon lange nichts mehr, wann geht’s denn endlich wieder weiter?“, wollte Karl Mader anschließend wissen. Genaues konnte Georg Weiß, Fraktionsführer der SPD, dazu noch nicht sagen, „Aber eines weiß ich –die Kosten explodieren. Im Finanzausschuss mussten wir grad erst einen Nachtrag zum Haushalt beschließen.“ Ein Grund sei sicher die geänderte Honorarordnung für Architekten, mehr jedoch schlügen Planungsfehler zu Buche, denn für die Sonderkonstruktion des Daches über den Platz gebe es keine erfahrenen Planer und ein jeder müsse sich erst einarbeiten. „Ich hatte von Anfang an kein gutes Gefühl bei diesem Projekt, und als in der geänderten Planung Basalt, Marmor und blauen Bäume rausgenommen waren, und es trotzdem nicht billiger wurde, war ich mich sicher – das wird noch teurer,“ ist Georg Weiß überzeugt. Aber nun müsse man das Projekt auch zu Ende bringen, auch wenn nicht klar ist wann genau das sein wird.

Was die Deggendorfer in die Finger kriegen lassen sie nicht los
Nicht nur die Stadt Straubing fühlt sich vom Heimatminister Markus Söder bei der Verlagerung von Ämtern übergangen. „Ich frage mich schon, wozu wir mit Deggendorf ein gemeinsames Oberzentrum bilden, aber dann in einer so wichtigen Entscheidung keine Verständigung mit Plattling gesucht wird“, kritisierte Georg Weiß das Verhalten der Nachbarstadt. Ständig werde dort über Mangel an Bauplätzen gejammert, und dennoch kommen nun 160 Arbeitsplätze nach Deggendorf. Plattling habe jedoch eindeutige Standortvorteile für das Straßenbauamt, das aus München verlagert wird. „Wir haben nichts vom Deggendorfer Hafen, zahlen für sein Defizit und seine Schulden mit, aber die Stadt Deggendorf erhält alleine die Gewerbesteuer aus dem Hafengebiet. Da hätte uns die Einkommenssteuerbeteiligung der Amtsangehörigen gut getan. Wir hätten uns einen fairen Standort-Wettbewerb mit Deggendorf gestellt, wurden aber einfach vor vollendete Tatsachen gestellt.“ Das Gebiet im Norden des Bahnhofs mit den denkmalgeschützten früheren Betriebsgebäuden der Bahn wären nach Ansicht von Georg Weiß ein überlegenswerter Standort gewesen. "Doch was die Deggendorfer einmal in die Finger kriegen, lassen sie nicht los, schon gar nicht nach Plattling".

(Titelbild: PNP, K. Kellermann)