Endlich in Sicht

Zwei für die Stadt Plattling überaus wichtige Bauprojekte werden nun endlich Realität.

Am neuen Kreisel im Süden brummen nun schwere Baumaschinen und der Beginn der Arbeiten am früheren Stanglmeiergelände ist auch endlich in Sicht. Die Plattlinger SPD erinnert sich in ihrer Monatsversammlung an die Anfänge und entscheidenden Weichenstellungen, und diskutierte die nächsten problematischen Baustellen.

„Es ist sehr erfreulich, dass nun zur Ausführung kommt, wozu unter Altbürgermeister Siegfried Scholz die wichtigsten Weichen gestellt wurden. Vor allem die vorgezogene Übernahme der Planungskosten hat den Bau der von uns allen so dringend benötigten Ortsumgehung sehr beschleunigt“, erinnerte SPD-Fraktionsführer Georg Weiß an die Anfänge in den neunziger Jahren. Auch wenn der Baufortschritt nun etwas langsamer von statten geht als zunächst angenommen, zeigte er sich nun zufrieden mit der Erläuterung des Vertreters des Straßenbauamtes Passaus, die an erster Stelle der Tagesordnung der letzten Stadtratssitzung standen.

Pfahlgründungen am Kreisel Süd
Schwere Großbohrgeräte setzen die stützenden Pfahlgründungen für die neue Bahnunterführung mit Grundwasserwanne. (Foto: Herbert Petrilak-Weissfeld)

„Herr Kurt Stümpfl von der Servicestelle Deggendorf hat auf meinen Verweis auf die Bauzeiten für Brücken in der Region meine Nachfrage bestätigt, dass durchaus noch deutlich Luft in der Terminplanung vorhanden ist,“ berichtete Stadtrat Herbert Petrilak-Weissfeld. Im Bereich der Entwässerungsteiche der Südzucker, dem organisatorisch anspruchsvollsten Abschnitt des Straßenverlaufes, hätte zudem ein Jahr Bauzeit eingespart werden können. Doch nachvollziehbar sei, dass angesichts der allgemeinen Kostensteigerungen die zur Reaktivierung und Ertüchtigung stillgelegter Teiche nötigen 1,2 Millionen Euro nicht ausgegeben werden sollten. Die nun ordentlich in den Landeshaushalt für das Bauprojekt eingestellten jährlichen Gelder bewegten sich aber leider nach wie vor in der Höhe der dafür vorher vorgesehenen Haushaltsausgabenreste.

Erfolg des Bürgerbegehrens

"Ich habe schon nicht mehr daran geglaubt, dass es wahr wird“, leitete Georg Weiß zum Thema Einkaufszentrum am ehemaligen Stanglmeiergelände über. Doch endlich werde nach Zusicherungen seitens der Vertreter der Firma Ten Brinke und des Architektenbüros im Sommer der Abbruch der Gebäude an der Landauerstraße begonnen, und werden im Herbst nächsten Jahres der Edeka-Markt, eine DM-Drogerie, und ein Bekleidungsfilialist das Gelände und die Innenstadt beleben. Damit werde die mit dem Bürgerentscheid Ende 2008 angestrebte sinnvolle Verwertung des Geländes Realität.

Zu teuer für nur wenige Veranstaltungen

„Auch auf dem Platz hinter der Kirche kommen wir allmählich zu einer Annäherung im Stadtrat. Statt Basalt, Marmor und aufwendigem Pflanzengemälde sind wir nun bei regional angepassten Gestaltungsvorschlägen angelangt“, stellte der Fraktionsvorsitzende zufrieden fest. Wert legte er darauf, dass die Gestaltung des Platzes im Stadtrat in Einstimmigkeit beschlossen wurde. Doch mit Blick auf die enttäuschenden Erfahrungen der Unterföhringer Verantwortlichen mit der offenen Bedachung vor der dortigen neuen Stadthalle habe die SPD-Fraktion diesem Detail der Planung nicht zustimmen können. Das Dach werde nicht vor Schlagregen und Schneegestöber schützen, und somit sei es mit Blick auf nur wenige denkbare Veranstaltungen sinnlos, dafür mehrere hundertausende Euro in die Hand zu nehmen. Zudem werde das Ziel, unter Verwendung der bereits vorhandenen Sitztribüne an die 600 Plätze zu überdachen, absehbar verfehlt.

Eine weitere verfehlte Entscheidung

diesmal seitens der DB-Tochter Vertriebsservice Ostbayern war wiederum Anlass zu deutlichster Kritik. „Es ist ein Treppenwitz, dass an einem ICE-Standort, an dem von Bund und Stadt Millionen investiert wurden, nun der Fahrkartenverkauf außerhalb des Bahnhofgebäudes stattfindet,“ zürnte Georg Weiß, ehemals Fahrdienstleiter am Bahnhof Plattling. „Hier wird deutlich, dass eine DB-Tochter gegen andere arbeitet.“ Sehr ärgerlich sei auch, dass die Eingaben von Landrat Christian Bernreiter und erstem Bürgermeister Erich Schmid an die Bahnspitzen zur Erledigung wieder an die vor Ort Verantwortlichen geleitet wurden, wo sich natürlich nichts in erwünschter Richtung tut. Auch wenn nachvollziehbar sei, dass angesichts des zunehmend über das Internet laufenden Kartenverkaufs das Interesse der Vertriebsgesellschaft an Umsatz aus Wurstsemmeln und Kaffebechern wächst, stehe das Unternehmen in Verantwortung gegenüber der Sicherheit seiner Kunden.