Es geht nur noch um Millionen

Jahnplatz

In der Monatsversammlung der SPD standen als erstes nochmals kurz die Wahlergebnisse aus der Bundestagswahl zur Diskussion. Für Georg Weiß war klar, dass die SPD vor allem die Maßnahmen der Agenda 2010 hätte zurücknehmen müssen, um wieder als die Partei der Arbeitnehmer gesehen zu werden.

Alle werden verlieren
Ortsvorsitzender Herbert Petrilak-Weissfeld gab zu bedenken, dass die SPD und auch die CDU/CSU bereits seit 1990, dem Jahr der Wiedervereinigung, deutlich an Mitgliedern verlieren, also weit vor der Reform der Arbeitsmarkpolitik ab 2003. „Die SPD konnte seit Jahresbeginn mehrere tausend neue Mitglieder begrüßen und ist jetzt wieder stärker als die CDU, die mehrere tausend Mitglieder verlor“. Karl Mader äußerte die Ansicht, dass man nun wieder 14 Jahre weiter sei, sich die wirtschaftliche Situation allgemein deutlich anders darstellt und deshalb neu nachgedacht werden müsse um wieder mehr Zustimmung zu bekommen. Weiß schloss das Thema mit der Erwartung ab: “Nach den Kommunalwahlen in 2020 wird auch die AfD und die Bayernpartei in den Kommunalparlamenten vertreten sein”. Auch wenn die CSU die meisten Stimmen verlieren werde, rechnet Weiß damit, dass auch SPD und FWG weniger Mandate haben.

Der Antrag kam vom Falschen
Zum Thema Erweiterung des Michaeli-Kindergartens freute sich der Vorsitzende der SPD-Rathausfraktion, Georg Weiß, dass die FWG in ihrer Monatsversammlung sich ebenso klar für einen Standort eines neuen Kindergartens in Pielweichs ausgesprochen hat und die FWG-Fraktion im Stadtrat gegen den Ausbau des Kindergartens auf sechs Gruppen mit rund 150 Kindern gestimmt hat. “Schlimm dabei ist, dass Bürgermeister Erich Schmid seine Fraktion so im Griff hat, dass diese auch noch den größten Blödsinn mitmacht”. Dadurch werde ein wunderschöner Kindergarten zerstört, und den Pielweichser Familien mit gegenwärtig 47 Kindergartenkindern eine fußläufig erreichbare Einrichtung verwehrt. Für Weiß steht fest: “Die CSU will diesen Kindergarten in Pielweichs nicht, weil der dort benötigte von unserem Fraktionsmitglied Musti Yilmaz beantragt wurde”. Stadtrat Reinhold Gems, der zunächst als Verwalter des Kindergartens für die Erweiterung gestimmt hatte, begründete sein Nein in der von der FWG beantragten zweiten Abstimmung mit den mittlerweile drastisch höheren Kosten als zunächst angeführt. “Für das selbe Geld könnten wir einen neuen Kindergarten in Pielweichs bauen”.

Kein Bauwerk "von der Stange"
Nächstes großes Thema war die Neuigkeit aus der bayrischen Staatsregierung bezüglich der sieben Millionen Euro, die in das Technologiezentrum “Moderne Mobilität”( MoMo) investiert werden sollen. Dies soll bekanntlich am Nordpark neben dem Neubau für die Sozialpädagogische Akademie und die Berufsfachschule für Musik in einem der beiden früheren Betriebsgebäude der Bahn eingerichtet werden. “Die gesamten sieben Millionen bekommt nicht etwa die Stadt Plattling als Zuschuss für die Baumaßnahmen. Das Geld ist auschließlich für die technische Ausstattung des MoMo und die Gehälter der beiden Professoren und ihrer wenigen Mitarbeiter für die nächsten fünf Jahre vorgesehen”, stellte Georg Weiß klar. Plattling müsse voraussichtlich noch etwas mehr als sieben Millionen in die Sanierung eines der beiden Backsteingebäude und einer Technologiehalle stecken, die anfangs 400 qm groß sein sollte, nach neuesten Überlegungen jedoch mindestens 1000 qm. Stadtrat und SPD-Ortsvereinsvorsitzender Petrilak-Weissfeld ergänzte, dass der zweite Bereich des Technologiezentrums einen leistungsstarken Computertomographen beinhalten werde, dessen Röntgenstrahlung mit Sicherheit zwar völlig abgeschirmt werden könne. “Klar muss aber jedem sein, dass deshalb die zu bauende Halle gewiss keine ‘von der Stange’ sein wird, wie so mancher im Stadtrat heute noch annimmt”.

Entweder pleite oder verschuldet
Georg Weiß ist nicht nur durch die zum Projekt Technologiezentrum wieder einmal absehbar höheren Kosten als zu Anfang benannt weiter überzeugt: “Wenn Bürgermeister Schmid am Ende dieser Amtszeit geht, wird die Stadt entweder einfach pleite, oder verschuldet sein. Denn alles was wir bauen bewegt sich mittlerweile im Bereich von Millionen”. Und auch kleinere Projekte wie der Anbau an das Feuerwehrhaus Pielweichs, oder der Ausbau des Mühlbachparks erlebten im Zuge der Ausführungsplanungen massive Kostensteigerungen.

Sichtlich gelungene Planung am neuen Jahnplatz
Diese befürchtet der Fraktionsvorsitzende zwar auch für den laufenden Umbau des Jahnplatzes. Als sehr positiv sieht er jedoch die erkennbar gelungen bauliche Ausführung: “Der Jahnplatz wird wunderschön sein, wenn er fertig ist”. Petrilak-Weissfeld zeigte sich froh, dass die Forderung der SPD nach einem dunklen Pflaster für die in die Sterngasse führende Fahrbahn gegenüber den Planern durchgesetzt werden konnte. Die Fahrbahn gebe den Autofahrern eine klare Richtung vor, und schütze damit die Fußgänger in dieser großen, neu geordneten Fläche.

Neuer Spielplatz am Jahnplatz
v.l.: Stadtrat Herbert Petrilak-Weissfeld, Erika Strohmeier, Peter Strauch, Stadträtin Bärbel Vollkommer-Würfel, Walter Vollkommer, Karl Mader, Irmgard Bernauer, Brigitte Weiß, und Stadtrat Reinhold Gems freuen sich besonders über die gelungene Gestaltung der Fläche für den neuen Kindespielplatz, die in natura größer erscheint als in den Plänen. (Bild: CH PNP)