Mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen

Hinter den Fassaden der Innenstadt ist viel Platz

Plattling. (olg) Die Reaktivierung des sozialen Wohnungsbaus in Plattling liegt der SPD-Stadtratsfraktion am Herzen. Da er stagniere und Bedarf bestehe, müsse gehandelt werden, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Herbert Petrilak-Weissfeld. Für die öffentliche Sitzung am Montag, 11. April, ist dieser Antrag in die Tagesordnung aufgenommen worden (wir berichteten).

Die SPD bittet den Stadtrat und die Verwaltung, sämtliche Möglichkeiten auszuloten, um das Angebot an sozial geförderten Wohnraum hierzulande zu beleben – in Abstimmung mit der Wohnungsbaugenossenschaft. Der Grund liegt nach Meinung der SPD darin, dass Plattlings Bevölkerung ständig wächst – unter anderem durch den Zuzug von Flüchtlingen.

Der Wohnungsmarkt ist leer gefegt, was nach Auskunft von Petrilak-Weissfeld auch die Immobilienmakler bestätigen. Und Wohnraum sollte für jeden bezahlbar sein, sind sich die SPD-Stadträte einig, was sogar im Artikel 106 der Bayerischen Verfassung verankert ist.

Wohnraum für alle
Doch nicht nur Flüchtlinge brauchen bezahlbaren Wohnraum, es gibt immer mehr Alleinerziehende, Rentner und sogar junge Arbeitnehmer, die darauf angewiesen sind. Private Investoren haben hieran offenbar kein großes Interesse, gibt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende deutlich zu verstehen. Auch liegen Unmengen von mehrfach überarbeiteten Planungen zur Belebung der Innenstadt über die Verdichtung der Wohnbebauung hinter den Stadtplatzfronten als unerreichbare Zielsetzungen in den Schubläden der Verwaltung. Es sollte also schnellstmöglich gehandelt werden, so der Wunsch. Ziel wäre eine wohlwollende, den Umständen entsprechende Entscheidung zur Förderung und Schaffung von bezahlbaren Wohnraum für die Bürger. Hierüber soll nach Meinung der SPD im Stadtrat beraten und bestenfalls positiv zum Wohle Plattlings entschieden werden.
Antrag kommunaler Wohnungsbau (PDF, 185 kB)

Es fehlt an freien Wohnungen

Ein Informationsbrief des Bayerischen Städtetags vom Januar 2016 besagt, dass der Wohnungspakt Bayern eine spürbare Verbesserung für die Förderung mit sich bringt, denn erstmals werden echte Zuschüsse in der staatlichen Wohnraumförderung gewährt. Für die Städte und Gemeinden gibt es vergünstigte Darlehen.

Das 3-Säulen-Programm
Der Wohnungspakt Bayern beruht auf drei Säulen: Im staatlichen Sofortprogramm plant und baut der Freistaat Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge und Asylbewerber auf staatlichen Grundstücken. Entstehen sollen kurzfristig befristete Wohneinheiten für 3 300 anerkannte Flüchtlinge sowie Asylbewerber und das Fördervolumen beträgt 70 Millionen Euro. Im kommunalen Förderprogramm (Fördervolumen von 600 Millionen Euro) sollen bis 2019 6 000 Wohneinheiten entstehen. Gefördert werden der Bau, der Umbau und die Modernisierung von Mietwohnungen. Förderfähig ist der Erwerb von Grundstücken und leerstehender Gebäude. Und dann wäre noch die staatliche Wohnraumförderung. Die hierfür bereitgestellten Mittel sollen im Jahr um 56 Millionen Euro auf 547,1 Millionen Euro im Jahr 2019 erhöht werden.

(Plattlinger Anzeiger, 02.04.2016)