Musikschule mit schiefen Wänden schalldicht gemacht

Plattling: (bag) „Der Neubau ist vielleicht sogar eine der modernsten unter den kommunalen Musikschulen Deutschlands, und wird eine gut durchdachte Grundschule“. sagte der Fraktionssprecher der SPD im Plattlinger Stadtrat Georg Weiß.
Zusammen mit 15 Parteigenossen, unter ihnen auch die Stadträte Heidi Werner, Herbert Petrilak-Weissfeld, Reinhold Gems und Mustfa Yilmaz, sowie Juso Kreisvorsitzender Rene Gomm und die AWO-Vorsitzende Gertrud Kuhnke, besichtige er am späten Donnerstagnachmittag den neuen Anbau der Grundschule. Bauleiter Josef Ameres informierte über den derzeitigen Baufortschritt und führte durch die Gruppe durch die Räumlichkeiten.

Ganze 5.6 Millionen plante die Stadt für neuen Schulanbau. So ist es aus der Sicht der SPD erfreulich, dass sich die geplanten Kosten derzeit um die 5.4 Millionen bewegen. „Bis auf ein paar Kleinigkeiten ist bereits fast alles vergeben“ erklärte der Bauleiter, und sprach von rund 200 000 Euro Einsparungen an Baukosten. Nach derzeitigen Stand könnten Anfang November die vier Ganztagsklassen und auch die Musikschule in ihr neues Domizil einziehen, vermutet Ameres, und hofft, das keine weiteren Verzögerungen, so wie die durch das Jahrhunderthochwasser verursachten, die Baufortschritte behindern werden. Schon Anfang Oktober ist bereits der Kinderhort von den Containern hinter der Grundschule in die neuen Räume umgezogen. Damit kehrte bereits das erste Leben in den Neubau ein.

Erstes Ziel der Besichtigung war die neue, sich bereits in Betrieb befindliche Heizzentrale. Ökologisch sinnvoll und zukunftsfähig ist sie das Kernstück der Schulerweiterung.

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Die nach modernstem Stand der Technik ausgeführte Heizanlage bezieht ihre Grundlastenergie aus einem Holzpelletsbunker, und wird in der kältesten Winterzeit durch eine zusätzliche Gasfeuerung unterstützt (Bild: HPW)

Anschließend führte Bauleiter Ameres die Gruppe in die bis zu 120 Schüler fassenden Mensa und informierte über den dortigen Baufortschritt.

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Die Mensa wird durch externe Lieferanten beschickt, und die Speisen in modernen Regenerationsherden schonend erwärmt. Die Technik ist umfangreich genug um auch als Vollküche zu fungieren, wenn dies einmal erforderlich sein sollte (Bild: bag)

Danach wurden die Schulräume der Ganztagsklassen im ersten Stock ins Visier genommen. Hier beeindruckte unter anderen die sehr hohe Schalldämmung der, nach der Fertigstellung klimatisierten Räume. Besonders angetan war die Gruppe vor allem von den schiefen Wänden der Übungsräume in der Musikschule. Sie wurden, so wie auch die Türen und Fenster nach einem Gutachten eines Schallschutzexperten gebaut. So ist aus den vielen kleinen Musik-Zimmern, ebenso wie aus den größeren für die Ensemble wohl kaum ein Ton mehr zu hören sein. Am Ende der Besichtigung führt der Bauleiter die Genossen in den bereits belegten Kinderhort. Dieser hat einen separaten Eingang und bildet eigenes geschlossenes Bauwerk.

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(Bild: bag)

Er wird ebenso, wie die neue städtische Musikschule, nur im Notfall durch die Fluchttüren eine direkte Verbindung zum restlichen Komplex bekommen. Die Betreuung der Kids wurde dort bereits von Mitarbeitern der Arbeiterwohlfahrt übernommen, die sich in den schönen Räumen und klug ausgedachten Spiel, Ess- und Hausaufgabenzimmern schon nach wenigen Tagen bestens eingearbeitet haben. Sie fühlen sich, wie auch die Kinder des Horts, in ihrer neuen Wirkungsstätte bereits pudelwohl.