Plattling braucht die Osttangente

„Ohne der FWG zu nahe treten zu wollen muss doch gesagt werden, dass ihre Vereinnahmung der Erfolge in der städtischen Entwicklung unredlich ist. Denn die FWG war nicht Initiator des Bürgerbegehrens gegen das teure Prestigeobjekt Bürgerzentrum, und damit auch nicht der Initiator zur Rückkehr sachorientierter Haushaltspolitik“, leitete SPD-Ortsvorsitzender Herbert Petrilak-Weissfeld die Monatsversammlung der Sozialdemokraten am Dienstag ein.

Auch die jüngsten Stellungnahmen des Naturschutzbundes zum Brandthema Osttangente wurden von Fraktionsvorsitzenden zurückgewiesen.

Wie den Berichten über die Jahreshauptversammlung der FWG auch zu entnehmen war, schmückt sich die FWG zudem mit der Urheberschaft all der Bauprojekte, die in den Programmen aller Parteien über Jahre benannt, und im Stadtrat mit ausnahmslos großer Einmütigkeit der Fraktionen beschlossen wurden.

„Wenn es auch ehrbar ist, dass sich die FWG schließlich doch noch eines besseren besann, und das erfolgreiche Bürgerbegehren mittrug, so war es doch alleine die SPD, die von Anfang an die Bürger auf die vorhersehbaren tatsächlichen Kosten, und deren fatalen Folgen für die Stadtfinanzen hinwies. Und es war vor allem die SPD, die stets konsequent handelte,“ schloss Petrilak-Weissfeld seine Kritik an den ihm gelegentlich unverständlich wankelmütigen Kollegen.

„Der Kollege Max Thoma hat sich mit seinen treffenden Wortmeldungen bei der Jahreshauptversammlung des Bund Naturschutz unser aller Respekt verdient“, sprach Fraktionsvorsitzender Georg Weiß das zurzeit wichtigste Plattlinger Thema, die Klagen gegen die Osttangente an. Herr Kestel solle doch bitte auch mal zur Kenntnis nehmen, dass nicht Plattling aktiv Beteiligter in dieser Angelegenheit ist, sondern dass die Entscheidungsbefugnis über die Staatsstraße ausschließlich bei den übergeordneten Behörden liegt. Und diese entscheiden aufgrund fachlicher Urteile und sachlicher Dringlichkeit.

So habe das Wasserwirtschaftsamt die stadtnahe Variante A wegen des dafür erforderlichen massiven Eingriffs in den Wasserkörper der Isar abgelehnt, und das Straßenbauamt deswegen, weil eine Ortsrandstraße nicht den Anforderungen einer überregionalen Verkehrsverbindung entspricht. „Und es waren doch die Einwände der Naturschutzbehörde, die zur Entwicklung der teuren Kompromissvariante D führte“, erinnerte Weiß.

Der Bund Naturschutz habe in Bayern unendlich viel Gutes für die Natur und damit für die Menschen bewirkt, doch müsse auch mal gesagt werden, dass er in den letzten 20 Jahren immer nur Ablehnungen für Bauprojekte in Plattling übrig hatte. Für diese Ausnahmenlosigkeit fehle nicht nur ihm das Verständnis.

„Im Kampf um die letzten leidlich freifließenden Kilometer der Donau hat der Bund Naturschutz uns weiterhin an seiner Seite, doch in Bezug auf die Osttangente stimmen einfach die Relationen nicht,“ stimmte Petrilak-Weissfeld zu. Das Schutzgebiet an der unteren Isar umfasse einige tausend Hektar, der durch die zweite Brücke betroffene Teil am äußersten westlichen Rand dagegen nur 1700 Quadratmeter. „Der Eingriff erreicht nicht einmal den Zehntel-Promille-Bereich und kann im Gebiet ausgeglichen werden, doch die Plattlinger sollen weiterhin den Verkehr ertragen, dies ist nicht akzeptabel“.