Regelloses Plakatieren beenden

Der Kommunalwahlkampf wirft seine ersten Schatten voraus, darum soll für die Innenstadt eine Satzung zur Begrenzung der regellosen Plakatierung beschlossen werden. In ihrer Monatsversammlung besprach die Plattlinger SPD das Thema, und will in dieser Richtung nun Nägel mit Köpfen machen.

Die sehr unterschiedliche Bearbeitungsgeschwindigkeit von Anträgen im Stadtrat war ein ebenso übweraschendes Thema, wie der erneut verschobene Fertigstellungstermin für die druingend benötigte Osttangente.

„Gesprochen habe ich mit dem Kollegen Hans Schmalhofer bereits das eine und andere Mal kurz darüber, da lässt sich sicher was machen“ beschrieb OV-Vorsitzender und Stadtrat Petrilak-Weissfeld den Stand der Dinge. Sein Fraktionsvorsitzender Georg Weiß brachte es auf den Punkt: „Wir brauchen eine Regelung wie es sie seit langem in Osterhofen gibt, mit mehrfachen Plakathängern an jeder Straßenlaterne muss Schluss sein, es genügen einige größere Stellwände.“ Da hierzu eine Vereinbarung der Parteien und politischen Gruppierungen rechtlich nicht bindend ist, werde er demnächst im Stadtrat für einen entsprechenden Satzungsbeschluss werben.

„Da bin ich neugierig, wie lang es dann dauert bis was rauskommt, denn es kommt offenbar darauf an, von welchem Stadtrat etwas beantragt wird,“ leitete Petrilak-Weissfeld zu zwei seiner Anfragen über. Er hatte bereits letztes Jahr bei der Beschlussfassung über die Planungen zu einem kombinierten Geh- und Radweg an der Enchendorfstraße im Stadtrat angeregt, auf Höhe der Eduard-Stanglmeierstraße ein Bus-Wartehäuschen für die Schulkinder zu platzieren. Die Idee trug Max Thoma von der CSU-Fraktion vor einigen Wochen ebenfalls vor, und zum Erstaunen des SPD-Stadtrates wurden kürzlich die Bodenplatten dafür gegossen. „Ich frage mich jetzt, welchem Kollegen ich meine weitere bis dato unbeantwortete Anfrage wiederholen lassen sollte, damit die Stadtverwaltung Standorte für Defibrilatoren angibt und Geräte bereitstellt.“

„Leit, des miaßt enk oschaun – so schee is worn an der Isar“, begeisterte sich Weiß anlässlich des Besuchs der bayrischen Staatsekretärin für Umwelt und Gesundheit über die Ergebnisse der jüngst nahezu abgeschlossene Gestaltungsarbeite am linken Isarufer unterhalb der Staustufe. Skeptisch jedoch zeigte er sich gegenüber der damit verbunden Idee des Bürgermeisters über ein Isar-Dokumentationszentrum, das den von Jahr zu Jahr zahlreicheren Sportlern und Besuchern des Flussabschnittes Zustand und Geschichte der Isar erläutern sollte. „ Das Bauen ist ja nicht grundsätzlich das Problem, aber wer bezahlt den Bau, und wer betreibt das Infozentrum als Träger, und wie kann es inhaltlich gestaltet werden, ohne dem bereits bestehenden Infohaus an der Isarmündung zu schaden?“, brachte Georg Weiß die Knackpunkte zur Sprache.

Weniger nachdenklich als vielmehr verärgert stimmte ihn, dass sich der Fertigstellungstermin für die Ostumgehung nun auf das Jahr 2019 verschob. „Die vollmundigen Forderungen der CSU aus 2002 die Umgehung unverzüglich zu bauen, lösen sich vollends auf. Wir gingen damals aus Erfahrung mit ähnlichen Projekten von etwa zehn Jahren aus, jetzt aber werden es siebzehn“. Nicht aus technischen Gründen, wie zahlreiche größer und schneller realisierte Verkehrsprojekte beweisen, sondern aus rein finanziellen. Es scheint nun, dass die jüngst beschlossenen Wahlgeschenke der CSU-FDP-Koalition Plattling treffen, denn hier wird nur mit Haushaltsausgaberesten gebaut.

Über seine Erlebnisse an einem wirklich freien Fluss berichtete abschließend Petrilak- Weissfeld anhand von Bildern aus seinem dreiwöchigen Urlaub in Chile. Er beschrieb den völlig ungebändigten Fluss Trancura, der in der südlichen Region Araucanía von Gletschern mit ganzjährig kaltem Wasser gespeist, über mehrere mit Schlauchboot erkundbare Katerakte ein erlebnisreiches, naturnahes Gebiet durchfließt.

Rio Trancura

(Eigens Bild: Unverbauter Rio Trancura)