Sieben Jahre Bauzeit sind nicht akzeptabel

(aus der Monatsversammlung vom 15.Mai)

Etwas Entscheidendes hat sich jüngst für Plattling getan. In den Verhandlungen um die Ostumgehung scheiterte der Bund Naturschutz mit allen Punkten seiner Klage, Revision ist nicht möglich, nur ein besser als die Klage begründeter Antrag auf Berufung vor dem Verwaltungsgerichtshof in München kann mit wenig Aussicht auf Erfolg gestellt werden. Diese für die verkehrsgeplagten Bewohner der Innenstadt höchst erfreuliche Nachricht war für Georg Weiß, dem SPD-Fraktionsvorsitzenden der Anlass, in der SPD- Monatsversammlung den Ausblick auf das nun Notwendige zu richten.

„Eine Bauzeit von sieben Jahren ist nicht akzeptabel. 1884 wurde die Harzer Bergbahn mit 32 km Länge und mehreren Tunnels und Brücken binnen eineinhalb Jahren gebaut, da muss es mit den nur 2,5 km Strecke für die Osttangente doch schneller gehen.“

Zumindest mit dem erforderlichen Grunderwerb müsse nun zügig begonnen werden, da ja ein gültiger Planfeststellungsbeschluss vorliegt, und somit selbst eine neue Klage des Bundes Naturschutz den Bau nicht aufhalten könne. „Unser Staatssekretär Bernd Sibler hat angekündigt sich bei der Landesregierung einzusetzen, er bekommt dazu selbstverständlich die volle Unterstützung der Plattlinger SPD.“ Ortsvereinsvorsitzender Herbert Petrilak-Weissfeld merkte dazu an, dass mit der erfreulichen Steuer-Mehreinnahmen Bayerns von gut einer Milliarde Euro, ein paar Millionen mehr in die drängendsten Verkehrsprojekte, wie dem in Plattling, gesteckt werden müssten.

„Plattling kann da nichts dazu tun, denn der Bau ist Staatsangelegenheit, da die Osttangente ein Teil der Staatstraße 2124 wird,“ informierte Georg Weiß die Versammlung. Zudem sinken gegenwärtig die Gewerbesteuereinnahmen Plattlings gegenüber dem Haushaltsansatz drastisch, so dass die Rücklagenentnahme für die bereits angelaufenen hohen Investitionen in Baumaßnahmen deutlich erhöht werden muss. Schon bald könne deshalb bei weitem nicht mehr so gebaut werden, wie es der gegenwärtige hohe Investitionshaushalt der Stadt hergibt.

Vor diesem Hintergrund steht der Fraktionsvorsitzende der jüngsten Idee des ersten Bürgermeister Erich Schmid sehr skeptisch gegenüber, auf dem Haberlgelände an der Passauerstraße wegen der Nähe zur Sohlschwelle in der Isar ein „Haus der Vereine“ als Versorgungs- und Schulungsstätte für die zumeist auswärtigen Wassersportler sowie für örtliche Vereine zu bauen. „Wichtiger für uns ist zunächst, an der Verkehrssituation im zweiten Bauabschnitt Pielweichser Feld dran zu bleiben und da etwas zu tun, um absehbare Probleme zu vermeiden.“

Ein anderes Projekt sieht Georg Weiß mit Bezug auf entsprechende, sichtlich erfolgreiche Beispiele in Deggendorf für nützlicher: „An der Werkstraße könnten wir in den denkmalgeschützten Bürobauten der Bundesbahn ein Gründerzentrum etablieren, um Starter-Unternehmen mit günstigen Mieten zu fördern und bei uns anzusiedeln.“ Der Bereich nördlich entlang des Bahngeländes wird bereits als Gewerbegebiet genutzt, weist zudem bereits baulich erschlossene, nicht mehr mit Firmen belegte Bereiche auf, und wäre deshalb ideal für Ansiedlung nichtstörenden Gewerbes. Also Firmen wie die Yormas AG, die sich jüngst nah am Aufstieg zum Eisernen Steg ansiedelte.

(Bild: Google Earth)