Stadtwerke leisten stets hervorragende Arbeit

Plattling. (rego) Um eine der wichtigsten städtischen Einrichtungen kennen zu lernen lud SPD-Stadtratsfraktionsvorsitzender Georg Weiß die Plattlinger Genossen sowie Interessierte zur Besichtigung der Plattlinger Stadtwerke am vergangenen Samstagvormittag ein.

„Die Aufgaben der Stadtwerke finden in der Öffentlichkeit oft zu wenig Beachtung beziehungsweise gehen unter, denn das Wasser fließt stets aus dem Hahn“, begrüßte Weiß die Teilnehmer und gab zu verstehen, dass der Besuch zudem genutzt werde, um die großartige Arbeit der Stadtwerke wertzuschätzen.

In diesem zweistündigen Rundgang lernten die Plattlinger Sozialdemokraten die technischen und historischen Seiten der Einrichtung kennen sowie Allgemeines zur Wasserversorgung im Stadtbereich. Mit einem historischen Rückblick auf 80 Jahre zentrale Wasserversorgung in Plattling, begann Werkleiter Stefan Kopp seine Führung durch das Wasserwerk. Obwohl die Idee einer zentralen Wasserversorgung bereits vor 100 Jahren kursierte, wurde diese erst im Jahre 1933 mit dem Bau des Wasserturmes umgesetzt.

Grund für die Idee der Zentralisierung war damals der Antrag des zuständigen Amtsarztes an den Stadtrat die Wasserversorgung aufgrund der Gülleverschmutzungen zentral zu verwalten, um somit Wasserverunreinigungen, die gesundheitsschädlich seien, zu vermeiden. Bis 1986, als die Neuauflage der Reform des Wasserwirtschaftsamtes zum Nitratgehalt von Trinkwasser eingeführt wurde, bezogen die Plattlinger ihr Wasser aus den vorhandenen Flachbrunnen in Eisenstorf. Aufgrund dessen, dass die Flachbrunnen rings um von Feldern umgeben sind, gelangte viel Dünger in das Grundwasser und so entschied sich der Stadtrat neue Tiefbrunnen in einer Tiefe von 184 Metern zu bohren.

Brunnenschema
Schema der Tiefbrunnen, (Foto: HPW)

Bezüglich dessen bezeichnete Werkleiter Stefan Kopp dies als eine der wichtigsten und besten Entscheidungen, die in Bezug auf die Stadtwerke je getroffen wurde. „Wäre diese Entscheidung nicht getroffen worden, so würden die Stadtwerke bis heute noch komplett WaldWasser beziehen“, so Kopp. Insbesondere zum Vorteil des Endverbrauchers, denn der Abgabe-Wasserpreis der Plattlinger Stadtwerke sei um knapp 10 Cent günstiger, als es der Bezugspreis des Zweckverbandes, zu dem noch die eigenen Betriebskosten aufgeschlagen werden müssten. Georg Weiß, der damals die Entscheidung als Stadtrat mitgetragen hatte, bestärkte Kopp in seiner Ansicht.

Des Weiteren galt und gilt aber auch die Auflage des WWA (Wasserwirtschaftsamtes) den Grundwasserstock zu erhalten. So einigten sich die Stadtwerke mit den Landwirten damals darauf, dass weniger Dünger verwendet wird, die Stadtwerke aber Entschädigungszahlungen an die Bauern leisten aufgrund der geringeren Erträge - dies gilt auch weiterhin.

Schema der Anlagenmodule
Das Anlagenschema zur Steuerung der Module, (Foto HPW)

Im Anschluss erklärte Stefan Kopp noch die einzelnen Schaltmodule und den Vorgang der Wasseraufbereitung. Auch hatte der Leiter der Stadtwerke Plattling Anschauungsmaterial vor Ort. Neben Straßenschildern zum Auffinden von Hydranten, bis über die Bedienung der Schaltmodule gab es allerhand wissenswertes zu erklären. Bezüglich der Module berichtete Kopp, dass vor einem Jahr das elektronische System modernisiert wurde. Somit können die zuständigen Mitarbeiter die Module bei Störungen auch über das eingerichtete Intranet von zu Hause aus prüfen.

Im Maschinenraum des Wasserwerks
Besuchergruppe im Pumpenraum. Penibel sauber wie sämtliche Räume des Wasserwerks (Foto: HPW)

Im Wasserwerk selbst durften die Besucher noch einen Blick in den Saugbehälter sowie in den Betriebsraum des Notstromaggregates werfen. Auch das Labor der Stadtwerke wurde selbstverständlich nicht ausgelassen. Im vorderen Verwaltungstrakt begutachteten die Plattlinger Sozialdemokraten die Arbeitsplätze der Verwaltungsangestellten, während Werkleiter Stefan Kopp die einzelnen Aufgaben der Angestellten erläuterte.

Zum Abschluss des informativen Vormittags versammelten sich alle Teilnehmer im Aufenthaltsraum, um sich bei einer Brotzeit mit Kopp über die Aufgaben der Stadtwerke auszutauschen. Abschließend bedankte sich SPD-Stadtratsfraktionsvorsitzender Georg Weiß im Namen der Teilnehmer bei Stefan Kopp für die interessante Führung und gab zu verstehen, dass die SPD in den nächsten Jahren sicher noch einmal zu einer Besichtigung kommen wird.

Unter den 25 Besuchern waren: Georg Weiß, Stadtrat Herbert Petrilak-Weissfeld, Stadtrat Mustafa Yilmaz, Stadtrat Reinhold Gems, ASF-Vorsitzende Sabine Liebhaber und AWO-Vorsitzende Gertrud Kuhnke

(Plattlinger Anzeiger vom 21.11.2013)