Verlässt der neue Stadtrat die bisherige Linie?

Der Fraktionsvorsitzende Georg Weiß zeigte sich in der letzten Monatsversammlung der SPD vor ihrem Ferienmonat August gespannt darauf, ob dieser Stadtrat von der Linie des vorigen abweicht, der in mehreren Abstimmungen den Änderungen des Flächennutzungsplans, des Regionalplans und des Bebauungsplans zugestimmt hatte.

Dieses Mal handelt es ich jedoch nur um eine Anhörung zur Änderung des Regionalplanes. Im Entwurf der Regierung von Niederbayern ist unter anderem vorgesehen, Trenngrün mit weniger als 250m Breite aufgrund fehlender raumordnender Wirksamkeit entfallen zu lassen. Damit würde ein Hindernis zur Bebaubarkeit des von der Fa. Zizler an der Staatsstraße 2124 erworbenen Grundstücks entfallen. Georg Weiss betonte, dass es der SPD-Fraktion nicht um die Familie Zizler an sich geht, sondern um die Ansiedlung eines mittelständigen Familienbetriebes, welcher am bisherigen Standort nicht entwicklungsfähig ist.

Nicht allein Sachentscheidungen, auch Stimmungen haben Bedeutung im Stadtrat. Man erinnere sich: Georg Weiß kritisierte anlässlich der DGB-Vorstandsitzung im Juni, das in den letzten 14 Jahren der erste Bürgermeisters Erich Schmid sich nur einmal bei der Maifeier persönlich habe sehen, und ansonsten immer habe vertreten lassen, und so seine Geringschätzung für den wichtigsten Feiertag der Arbeitnehmer zeige. Er verstehe ja, dass sich CSU-Bürgermeister nicht jedes Jahr für die Politik ihrer Staatsführung beschimpfen lassen wollen. Doch das sei kein Grund am Ende einer Messe (anlässlich der Eröffnung des Käse und Speckfestes) ihm den Friedensgruß zu verweigern. Man muss Ärger aus gerechtfertigter Kritik auch mal gut sein lassen können, erwartet Georg Weiß.

Der Fraktionsvorsitzende wies auch Vorhaltungen des Stadtrates und Staatsekretär Bernd Sibler zurück. Der hatte in der letzten Stadtratssitzung Georg Weiß dafür kritisiert, dass er aus nichtöffentlicher Sitzung die Öffentlichkeit über das Abhalten von Geheimverhandlungen zur Plattlinger Eigenwasserversorgung informierte. „Bei einem Thema der öffentlichen Daseinsvorsorge, die unsere Bürger unmittelbar betrifft gibt es keine Geheimhaltung. Schon gar nicht dann, wenn anderen Gemeinden und sogar private Brauereien weiter das dürfen, was Plattling künftig verweigert werden soll – Wasser aus eigenen Tiefbrunnen zu entnehmen.“

Abschließend sprach Georg Weiß dem Stadtrat und Ortsvorsitzenden Herbert Petrilak-Weissfeld große Anerkennung dafür aus, dass er seit Wochen den Betreuern und den unbegleiteten Jugendlichen im neuen Wohnheim im Lunapark tätige Unterstützung leistet. Die schnelle Integration der durch Vernachlässigung leicht zum Unguten beeinflussbaren jungen Menschen ist jetzt eine wichtige Aufgabe für die Gesellschaft.