Vermeidbare Wochen der Verzweiflung

Wichtigstes Thema der letzten Monatsversammlung war die Diskrepanz zwischen dem Auftreten der in Bayern maßgeblichen Politiker und ihrem tatsächlichem Handeln vor und nach der Flut.

Das aktuellste Bauprojekt in Plattling, und die Wahl der Ortsvereins-Delegierten zu den Aufstellungskonferenzen für die Kommunalwahlen und die Europawahl standen danach auf der Agenda.

Kreisrat Georg Weiß informierte zunächst über die aktuellen Entschädigungsregelungen für Hausbesitzer. So sollten Schäden an Gebäuden zu bis zu 80% aus öffentlichen Mitteln bezuschusst werden, und darüber hinaus aus privaten Spendengeldern Aufstockungen bis zu 100% erfolgen. Dabei werden aber vor allem jene das Nachsehen haben, die ihr Anwesen gegen Elementarschäden zu tragbaren Konditionen hätten versichern können, dies aber unterlassen haben. Benachteiligt würden aber auch jene Hausbesitzer sein, die zwar eine Elementarversicherung hätten, von kleinlichen Versicherungsgutachtern jedoch nicht jeden Schaden anerkannt bekommen.

Die Folgen einer unseligen Themenverbindung

„Selbst wenn man davon ausgeht, dass alle Geschädigten zu 100% entschädigt würden, die Wochen der Verzweiflung, und die Monate des Dahinfrettens können nicht ungeschehen gemacht werden. Ich bin gespannt darauf, ob sich die Wähler an die Leute auf allen Ebenen des Freistaates erinnern, die für den seit 1999 verschleppten Hochwasserschutz die politische Verantwortung tragen,“ legte Stadtrat Petrilak-Weissfeld den Finger in eine offene Wunde. „Die unselige Verbindung zwischen dringend nötigem Hochwasserschutz und erwiesen sinnloser Kanalisierung der Donau steht in der alleinigen Verantwortung der CSU-Regierung.“ Zudem klafft eine große Diskrepanz zwischen den vollmundigen Ankündigungen einer unbürokratischen und schnellen Schadensbeseitigung, und den tatsächlichen, unvermeidlich zähen Vorgängen bei der Auszahlung versprochener Beihilfen.

Nicht gegen das Dach, sondern für einen anderen Standort

„Ich habe ja gar nichts gegen ein Dach für unser Nibelungen-Festspiel, der Platz hinter St. Magdalena ist aber zu klein dafür, der für mich bessere Platz wäre der Garten hinter dem Bürgerspital,“ wies Stadtrat Georg Weiß entsprechende Vorhaltungen des Stadtratskollegen und Vorsitzenden des Festspielvereins, Heinz Astner, zurück. Weiß findet es auch „merkwürdig“, dass trotzdem nun kein Marmor und kein Basalt, keine Wasserspiele, kein Pflanzengemälde und eine größere Dachfläche als bisher geplant sind, nun weniger als 600 Sitzplätze unter das Dach passen, und dennoch der Umbau des Platzes zwei Millionen Euro kosten soll.

Zu enger Kirchplatz

„Die Mieter im Stadtpalais werden jedenfalls keine Freude haben, wenn sie vor ihren Fenster Bäume, und zwischendurch Ausblick auf Rohrstützen und die Dachunterseite haben.“ Mögliche Konflikte zwischen der sakralen Nutzung der Kirche und durchaus gewünschten Aktivitäten auf dem künftigen Festplatz sind für Stadtrat Georg Weiß vorprogrammiert. Stadtrat Petrilak-Weissfeld erinnerte an die Ergebnisse des Lärmgutachtens, das im Zuge der Planungen zur Bebauung des Stanglmeier-Geländes mit einer Stadthalle vom Stadtrat in Auftrag gegeben wurde. „Herr Sepp von der Firma Geoplan hat uns doch darüber aufgeklärt, dass nach 22:00 Uhr nicht mehr viel los sein darf in diesem Bereich, darum wird sich auch auf dem neuen Platz nicht oft was tun.“

Die neuen Delegierten

Zu den Delegiertenwahlen des Ortsvereins konnten erster Vorsitzender Herbert Petrilak-Weissfeld auch die Unterbezirksvorsitzende und Bundestags-Listenkandidatin Rita Hagl-Kehl, die Bezirksrätin Gudrun Peters, und die stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Inge Slowik begrüßen. Als ordentliche Delegierte zu den Aufstellungskonferenzen wurden Georg Weiß, Herbert Petrilak-Weissfeld und Rene Gomm gewählt. Sabine Liebhaber und Jürgen Zettel wurden als Ersatzdelegierte gewählt.

Delegiertenwahl 2013

von links: Sabine Liebhaber (örtliche ASF-Vorsitzende), Rene Gomm (Juso-Kreisvorsitzender), Herbert Petrilak-Weissfeld (Stadtrat), Gabi Kaulich, Peter Petrilak-Weissfeld, Rita Hagl-Kehl (Bundestags-Listenkandidatin u. SPD-Unterbezirk-Vorsitzende), Gudrun Peters (Bezirksrätin), Inge Slowik (stellvertretende Kreisvorsitzende), Georg Weiß (Stadt- und Kreisrat), Brigitte Weiß, Heidi Werner (Stadträtin), Anton und Irmgard Bernauer, Gertrud Kuhnke (örtliche AWO-Vorsitzende)