Walter Vollkommer seit 50 Jahren treues SPD-Mitglied

Am Abend des 8. Dezembers fand die Jahresabschlussfeier des SPD-Ortsvereines Plattling im Hotel-Gasthof „Preysinghof“ statt. Aufgrund der tragischen Sterbefälle der bedeutenden Mitglieder Siegfried Scholz und Günther Stadler hatte sich der Vorstand entschieden, auf eine übliche Weihnachtsfeier mit Tombola und Christbaumversteigerung zu verzichten. Im Gedenken an die gute Arbeit, die sie geleistet hätten, sei es nun auch möglich nach vorne zu sehen.

Das betonte auch Bezirksrätin Gudrun Peters, schließlich habe man ein hartes Jahr vor sich, das Zusammenhalt und Solidarität fordere. Auch wenn das in der SPD oft Leidensfähigkeit bedeute, wie Kreisverbandsvorsitzender Ewald Strasser mit einem selbstironischen Augenzwinkern hinzufügte, so sei Vollkommers Begeisterung doch ungebrochen. Für ihn wäre damals gar nichts anderes in Frage gekommen, als Mitglied bei der SPD zu werden, betonte er. Das sei eine Familientradition, die sich jetzt auch mit seiner Tochter fortsetze.

Nach dem gemeinsamen Essen schritt Ortsvorsitzender Herbert Petrilak-Weissfeld mit der Mitgliederehrung fort. Geehrt wurde in diesem Jahr lediglich ein Mitglied, jedoch dieses mit einer beträchtlichen Anzahl an Mitgliedsjahren. Walter Vollkommer wurde zum 1. Januar 1962 Mitglied der Plattlinger SPD, einem Jahr in dem der Kolonialismus des vorletzten Jahrhunderts weiter zusammenbrach, und die UNSESCO zahlreiche befreite und unabhängig gewordene Staaten als Mitglieder aufnahm. Petrilak-Weissfeld erinnerte an die Verabschiedung der ersten Marktordnungen des Europäischen Agrarmarktes, das Handelsembargo der USA gegen Kuba und an ein deutsches Fernsehspiel, „das Halstuch“, für leere Straßen und ausgefallene Nachtschichten sorgte. Das Grubenunglück von Luisenthal, die Hamburger Sturmflut, der Tode Peter Fechters an der Berliner Mauer, der indisch-chinesische Grenzkrieg, aber auch die Gründung der Bundesliga und der Rolling Stones und vieles mehr zeigten, dass die Welt im heute und jetzt sich in Bezug auf Krisen und Kriege und gesellschaftlichen Umbrüchen nicht grundsätzlich vom Jahr 1962 unterscheide.

„Und doch hat sich für unser Land und für Europa entscheidendes getan: Wir leben nun mehr als 65 Jahre in einem stabilen Frieden, den uns erst die Demokratie brachte.“ Demokratie und Frieden werde aber nicht nur von Mandatsträgern gesichert, sondern an ihren Wurzeln von Menschen wie Walter Vollkommer, die sich über Jahrzehnte aktiv in einem der wichtigsten Felder politischer Arbeit, an der Basis, einbringen. Für seine 50-Jahre treue Mitgliedschaft übergab ihm der Ortsvorsitzende die goldene Anstecknadel der Sozialdemokratie. Anschließend las Fraktionschef Georg Weiß eine Weihnachtsgeschichte von Toni Lauerer vor. Die „Weihnachtsmesse“ sorgte für heitere Vorweihnachtsstimmung.

stimmungsvolle Jahresschlussfeier 2012

Aufmerksam wie alle Anwesenden lauschen Ewald Straßer (links), Grudrun Peters (dritte von links) und Stadtrat Reinhold Gems (rechts) Lauerers "Weihnachtsmesse"