Weihnachtliche Familienfeier

Ehrungen für langjährige Mitgliedschaften

Im geselligen Rahmen der Weihnachtsfeier am Freitagabend würdigte der SPD-Ortsverein seine langjährigen Mitglieder. Im bis auf den letzten Platz besetzten Nebenzimmer fand auch Rückschau auf das zu Ende gehende Jahr und die Vorausschau auf die drängendste Aufgabe der Gesellschaft statt. Trotz entsprechender Sorgen gelang es, den Abend in adventlich familiären und fröhlichen Rahmen zu gestalten.

Der erste Vorsitzende Herbert Petrilak-Weissfeld freute sich sehr, dass zu den zahlreichen Mitgliedern auch wieder auswärtige Gäste zu der „Familienfeier“ gekommen waren. Die Bundestagsabgeordnete Rita Hagl-Kehl mit ihrem Mann Georg, der SPD-Kreisvorsitzender Ewald Strasser, die SPD-Ortsvorsitzende aus Stephansposching Inge Slowik, und die langjährige SPD-Bezirksrätin Gudrun Peters waren wieder gekommen. Auch die Bundesverdienstkreuzträgerin und AWO-Vorsitzende Gertrud Kuhnke, sowie der Fraktionsvorsitzende Georg Weiß, und die Stadträte Bärbel Vollkommer-Würfel und Reinhold Gems wurden herzlich begrüßt. Der AsF-Vorsitzenden Sabine Liebhaber, und ihren Helferinnen Irmgard Bernauer, Gertrud Kuhnke, Bärbel Vollkommer-Würfel und Brigitte Weiss dankte Petrilak-Weissfeld herzlich für die vielen Vorbereitungen zu diesem Abend.

Treu geblieben- trotz Kröten schlucken
"Heute ehren wir wieder unsere Jubilare, die der SPD, insbesondere dem Ortsverein über lange Jahre und Jahrzehnte die Treue hielten, obwohl es öfter vorkam, keine Freude mit der SPD zu haben", kam Petrilak-Weissfeld zum ersten Hauptthema des Abends, die Ehrung langjähriger Mitglieder. Doch sei es nun mal Wesen der Politik Kompromisse im Bereich des Möglichen finden zu müssen: "Jede Seite muss Kröten schlucken, um einige ihre wichtigsten Themen durchdrücken zu können". Für zehn Jahre wurde Siegfried Stricker, und für 20 Jahre Peter Schulz geehrt. Dem Ortsverein seit 25 Jahren treu verbunden sind Claudia Vollkommer und Claudia Knispel, seit 30 Jahren Hermann Haller, und seit 50 Jahren Herbert Pöschl.

Ehrungen 2015
(v.l. Inge Slowik, MdB Rita Hagl-Kehl, Herbert Petrilak-Weissfeld, Siegfried Stricker, Herrmann Haller, Herbert Pöschl, Ewald Strasser)

Nicht verunsichern lassen
An diesem Tag erst aus Berlin zurückgekommen, hielt MdB Rita Hagl-Kehl Rückblick auf das nahezu vergangene und Vorschau auf das bald anbrechende Jahr. Für sie sei ein Alptraum Wirklichkeit geworden, erklärte sie, da die Bundesregierung Soldaten in das Kriegsgebiet der IS schicken wolle, auch wenn noch kein Kampfeinsatz beschlossen wurde. Es sei nicht gut, dass einem solchen Despoten wie Baschar al-Assad mit einem NATO-Einsatz geholfen werde, dennoch sei es nach den jüngsten Vorkommnissen und angesichts der vielen Flüchtlinge erforderlich. "Doch solange der Närrische an der Macht ist, wird man auch die Flutwelle nicht stoppen können und sicherlich wird es nicht lange dauern, bis der erste Soldat in einem Zinksarg zurückkommt“, befürchtete die Bundestagsabgeordnete und SPD-Unterbezirksvorsitzende. Die Terroranschläge in Frankreich dürfen nun aber nicht als Anlass zur Verunsicherung gegenüber Besuchen von Weihnachtsmärkten und sonstigen Veranstaltungen genommen werden, denn das Ziel der Terroristen sei ja, den Menschen Angst einzujagen.

Nichts sagen ist nicht genug gelobt
In seinem Grußwort von der Kreisvorstandschaft bedankte sich Ewald Strasser bei der SPD Plattling für die viele Arbeit im Vereinsleben und dem Engagement für die Menschen in Not. „Nichts gesagt ist gelobt genug“ wollte er dabei nicht gelten lassen. Die Unterstützung der jungen Flüchtlinge im Plattlinger Wohnheim hob er besonders hervor, und erwähnte auch das vom Landrastamt organisierte Fußballspiel mit den jungen Flüchtlingen aus Plattling und Osterhofen. Seinen Respekt zollte er dem Jubilar Pöschl, der seit 50 Jahren bei der Partei ist, denn das sei eine lange Zeit.

Die Weihnachtszeit zum Nachdenken nutzen
Pertilak-Weissfeld merkte an, dass man auch den Flüchtlingen einfach helfen muss, da diese Menschen Hilfe brauchen und nun einmal da sind. "Die Probleme aus gescheiterter Integration, wie in den 90er Jahren, dürfen sich nicht wiederholen." Auch seine zwei Buben und seine Tochter hatten einmal das Alter der jungen Flüchtlinge, und auch als langjähriger Elternbeirat habe er festgestellt, dass diese nicht wesentlich anders seien als andere Jugendliche. Man sollte sein Schubladendenken und gehörte Vor-Urteile aufgeben, und die Menschen mit eigenen wachen Augen betrachten. Es sei ihm völlig egal, woher jemand komme, wie er aussehe, welche Sprache er spreche. Nicht Vorurteile und Hörensagen zählten für ihn, sondern einzig und allein das persönliche Verhalten. „Anstand und Schuld sind eine individuelle Eigenheit, und müssen so gesehen werden. Nicht Gebete und fromme Reden, nicht das feierliche Vollziehen von Riten und Gebräuche – allein im Handeln erweisen sich überzeugender Humanismus und gelebte Christlichkeit.“ Er wünsche sich, dass dieses Weihnachten mehr als bisher zum Nachdenken genutzt werden sollte.

Den besonderen Gast versetzt
Wie den Beginn der Veranstaltung, leitete nun der Musiker Walter Molz mit seiner "Ziach" zunächst zum gemeinsamen Essen, und dann zur adventlichen Geschichte über, die wieder von Gisela Scholz vorgetragen wurde. Diesmal ging es um eine Familie, die über Wochen an den Vorbereitungen zum Empfang eines ganz besonderen Gastes werkelte und sich in Stress verhaspelte, bis am heiligen Abend nun doch häuslicher Friede und geschäftige Fröhlichkeit die Familie so gefangen nahm, dass sie das Läuten des Gastes an der Haustüre überhörten.

Weihnachtsfeier 2015
Gisela Scholz (2.von rechts) liest die Adventsgeschichte

Zur Kasse gebeten
Dann schlug die Stunde "des besten Versteigerers in Plattling und seinem Umland". Herbert Petrilak-Weissfeld schlug an sein Glas um feierlich zu verkünden: "Der unvergleichliche Georg Weiss bittet euch wieder zur Kasse. Seid's so guad, steigerts fleißig, damit euch der Vorstand auch nächstes Jahr wieder zu einem Festessen einladen kann." Auch in dieser Hinsicht wurde der Abend wieder ein Erfolg, für den sich der Vorsitzende, aber auch die Kassierin Sabine Liebhaber bei allen herzlich bedankten.

(27. Nov. 2015)