Wir gehören zu den Ideengebern in der Stadt

Am 02. Mai fand tournusgemäß die Jahreshauptversammlung des SPD Ortvereines im neuen Vereinslokal, dem Hotel Liebl, statt. Herbert Petrilak-Weissfeld wurde zum zehnten Mal zum ersten Vorsitzenden gewählt. Auch die weitere Vorstandschaft wurde mit bewährten Genossinnen und Genossen gewählt. Selbstbewusst wies die SPD auf erzielte Erfolge und ihren Einsatz für wichtige Projekte hin.

Stadträtin Bärbel Vollkommer-Würfel und Stadtrat Reinhold Gems sind die gleichberechtigten zweiten Vorsitzenden. Sabine Liebhaber bleibt Kassierin, Schriftführer wurde Peter Strauch, Beisitzer sind Irmgard Bernauer, Martin Boot und Tobias Stadler, als Kassenprüfer wurden Karl Mader und Jürgen Zettl gewählt.

JHV Mai 2016
(vorne v.l. Georg Weiss, Inge Slowik (SPD Stephansposching), Bärbel Vollkommer-Würfl, Irmgard Bernauer, Herbert Petrilak-Weissfeld. Hinten v. l.: Reinhold Gems, Karl Mader, Tobias Stadler, Jürgen Zettl, Peter Strauch, Sabine Liebhaber, Martin Boot)

Mit der Entwicklung der Mitgliederzahlen leitete der alte und neue Vorsitzende seinen Rechenschaftsbericht ein: Im April 2014 hatte die Plattlinger SPD 53 Mitglieder, im April 2016 sind es 52. Entgegen dem allgemeinen Trend blieb die Zahl also weitgehend stabil. Die Fahrt nach Nebra, zum 25-jährigen Bestehen des dortigen SPD-Ortsvereines, die feierliche Verabschiedung von Heidi Werner, die sich 36 Jahre im Stadtrat, und 30 Jahre im Kreisrat eingesetzt hat, die Reise mit MdB Rita Hagl-Kehl nach Berlin zum Reichstag und in die SPD-Zentrale, dem Willi-Brandt-Haus, und gesellschaftliche Aktionen wie die Teilnahme an Faschingsmärkten und der Kinderfasching in 2015, nannte Petrilak-Weissfeld als Beispiele der zahlreichen Aktivitäten des Ortsvereins. Als die beste gesellschaftliche, von Parteipolitik freie Aktion bezeichnete er die breit organisierte Typisierungsaktion, über die ein Knochenmarkspender für die lebensbedrohlich an Leukämie erkrankte Manuela W. gefunden werden konnte. „Allen beteiligten Vereinen und Einzelpersonen sei an dieser Stelle nochmals Dank gesagt für ihren engagierten Einsatz."

Mit dem Sprichwort „Was lange währt wird endlich gut“, ging der Blick zurück auf das schwierige Thema der Euthanasie im dritten Reich Der unrühmliche Name „Dr. Brettner“ verschwand nach langjähriger Prüfung des Sachverhaltes letztes Jahr aus dem Straßenbild, aufgrund des entsprechenden SPD-Antrages aus 2010.

„Ohne uns würde der Stadt was fehlen – wir gehören zu den Ideengebern und werden weiterhin so aktiv sein wie in den letzten Jahren“, setzte Petrilak-Weissfeld seinen Rückblick fort. „Schon 2006 haben wir eine Skater- und Biker-Anlage angeregt, da die bisherige gegenüber dem Schlittenberg schon arg ramponiert war“. Allerdings habe man eine billigere Lösung vorgehabt, und kein Millionen-Projekt. Dennoch habe die Fraktion den Planungen zugestimmt, weil damit eine Aufwertung des nördlichen Stadtbereiches verbunden sei, und auf dem ehemaligen Bahngelände keine sinnvollere Nutzung möglich war.

Auf SPD-Initiative unterliegen nun die Dach- und Hausformen in neuen Baugebieten deutlich weniger Beschränkungen als früher. Hierzu hat sich besonders der Fraktionsvorsitzende Georg Weiss immer wieder eingesetzt. Auch die Steigerung der Mittel für das Straßensanierungsprogramm im vergangenen Jahr und der Beschluss zum Einstieg in den sozialen Wohnungsbau ist aufgrund eines Antrages der SPD-Fraktion erfolgt. Hierzu darf es nach Ansicht des Vorsitzenden nicht bei reinen Prüfungsaktionen bleiben, denn der Bau günstiger Wohnungen ist eine Verpflichtung der bayrischen Verfassung, und sei ernster zu nehmen als das Interesse an Freizeiteinrichtungen. Deshalb werde die SPD ein waches Auge auf die konsequente Umsetzung des Antrages halten.

Kritisch äußerte sich der SPD- Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Georg Weiss. Für ihn verschwinden viel zu oft Projekte einfach wieder in der Schublade und nichts passiere. So sei es mit der angestrebten Wohnbebauung im Quartier Deggendorfer Straße/Jägerstraße, ebenso sei es im Bereich des GM-Geländes, und nichts gehe weiter mit der Folgenutzung für die ehemaligen Betriebsgebäude der Bahn. Zudem bedauerte er, dass viele junge Menschen wegziehen, weil die Stadt keine geeigneten Baugrundstücke anbieten könne. Auch die Ansiedlung der Molkerei im gemeinsamen Industriegebiet mit Stephansposching hält Weiß für problematisch. Mittlerweile wisse man, dass das Kläranlagen-Problem dabei nicht zu unterschätzen sei.

„In Plattling ist wunderbar zu leben“ und das solle auch so bleiben, forderte Weiss. Er regte eine Informationsfahrt nach Cham an. Und ans Ende seiner Rede stellte er ein anderes Ärgernis: Beim Tag der Städtebauförderung sei wieder einmal verschwiegen worden, dass Bürgermeister Siegfried Scholz die Aussiedlung der Stanglmeier-Fabrik erreicht habe. − kk

(Bild: PNP)