Zwei positive Ereignisse - und eine gescheiterte Zensur

(erschienen im Plattlinger Anzeiger vom 22.09.2012)

In der Monatsversammlung der SPD am vergangenen Dienstag konnte Vorsitzender Herbert Petrilak-Weissfeld für den Oktober zwei bedeutsame Ereignisse vorankündigen: Am fünften des Monats kommt Münchens Oberbürgermeister Christian Ude zu einer kommunalpolitischen Tagung nach Plattling, und am 26. Oktober findet die Feier zum 120. Jahr der Vereinsgeschichte der Plattlinger SPD statt. Beide Ereignisse sind für die Genossen von bezirksweiter Bedeutung. Der erste Termin mit Ude ist für die kommunalpolitische Gegenwart, der andere für die Geschichte der niederbayrischen Sozialdemokratie, denn im Bezirk Niederbayern ist kein älterer SPD-Ortsverein bekannt.

So wurden zunächst die Einzelheiten der organisatorischen Abläufe besprochen, bevor das erste Thema aus dem Stadtrat, die Stellungnahme der Stadt Plattling zum Landesentwicklungsprogramm der bayrischen Regierung erörtert wurde.

Stellungnahme des Stadtrats zum Landesentwicklungsprogramm 2012
Hierzu zeigte sich Petrilak-Weissfeld erfreut, dass die von der Verwaltung in Abstimmung mit dem ersten Bürgermeister erarbeiteten kritischen Anmerkungen (die Redaktion berichtete ausführlich darüber) mit seinen Feststellungen weitgehend deckungsgleich sind, die er als von seiner Fraktion beauftragter Berichterstatter erarbeitete. „Besonders wichtig war mir, dass neben dem Hinweis auf die unzumutbaren Fahrstrecken für Plattlinger Gymnasiasten nun auch mein Hinweis auf das negative Resümee des Umweltberichtes zum Landesentwicklungsplan über die Auswirkungen auf den Auwald der Isarmündung in die Stellungnahme der Stadt einfließt“, berichtete der Stadtrat Petrilak-Weissfeld.

Vorbildhafter Verkehrswegebau
Georg Weiß hielt Rückblick auf die sehr gelungene Bahnfahrt zur Partnergemeinde Scharnitz, wo 200 Platttlinger einen überaus freundschaftlichen Empfang erfuhren, und zahlreiche schöne Erlebnisse hatten. Dabei sprach der frühere Bahnbeamte auch die zur Zeit der Errichtung der Karwendelbahn zwischen Mittenwald und Scharnitz erbrachten Bauleistungen an: Über die 36 km lange Strecke mit einer Steigung von bis zu 38 Promille wurden 12 Brücken und Viadukte und 15 Tunnel gebaut, der längste davon 1,83 km lang, und dies trotz der damals beschränkten technischen Möglichkeiten in der Rekordzeit von zwei Jahren. „ Auch an diesem Beispiel wird wieder deutlich, dass die für die Plattlinger Ostumgehung veranschlagte Bauzeit nicht als technisch bedingt begründet werden kann. Hier wird nach Kassenlage gebaut. Das sollte endlich mal zugegeben werden“, verlangte Georg Weiß.

Ein gescheiterter Zensurversuch
Auch ein ganz anders gelagerter Vorfall erregte den Unmut des SPD-Fraktionsvorsitzenden. „Das unmögliche Auftreten des Stadtrates Max Thoma in der Redaktion des Plattlinger Anzeigers war der Versuch Zensur auszuüben“, urteilte Georg Weiß über jüngste Aktionen des Stadtrats-Kollegen. Thoma nahm die Artikelreihe über langjährige Stadträte aller Fraktionen zum Anlass, sich in harschester Weise auch beim ersten Bürgermeister über angeblich unfaire Berichterstattung eines SPDlers zu beschweren. „Rene Gomm hat die Artikel in überaus neutraler und respektvoller Weise geschrieben, keiner der interviewten Stadträte fand sich in einem schiefen Licht wiedergegeben. Wer lesen kann, versteht die cholerisch wirkenden Beschwerden des Kollegen Thoma nicht“, stimmte Stadtrat Petrilak-Weissfeld zu.

(in der PNP erschien der Artikel gekürzt um den letzten Absatz, da die benannte Artikelserie nur im Anzeiegr erschien)